Sozialpädagogik2017-11-02T15:38:40+01:00

Das Foto habe ich 2014 bei einem Spaziergang auf der Highline in New York gemacht. Es zeigt eine riesige Baustelle.

Auch die Sozialpädagogik ist eine ‚Baustelle’, aber eine Vielversprechende: Sozialpädagogik expandiert, definiert sich zum Teil neu und wird stark ‚nachgefragt’.

Es gibt unterschiedliche Diskursorte, in denen die Disziplin ‚verhandelt‘ wird: als Subdisziplin der Pädagogik, als Teilbereich einer Sozialarbeitswissenschaft, mit außerdisziplinärem Wissen ausgestattet, gesellschaftstheoretische Analysen als Ausgangspunkt und Basis der Handlungsorientierung nehmend und neuerdings auch als ‚Social Pedagogy‘ in englischsprachigen Fachdiskursen.

Es gibt nicht einen einzigen ‚round table‘ an dem sich VertreterInnen der Disziplin miteinander austauschen, sondern ganz unterschiedliche ‚Baustellen‘.

Als praktische Tätigkeit hat Sozialpädagogik – so wie andere Berufe – ihren gesellschaftlichen Nutzen: eine Ärztin, ein Arzt behandelt Menschen wenn sie körperliche oder psychische Beschwerden haben, AnwältInnen vertreten die Rechte eines Menschen, ElektikerInnen können Stromnetze errichten und reparieren, BauingeneiurInnen planen Häuser, SozialpädagogInnen begleiten Menschen in deren Alltag, stoßen Bildungsprozesse an, ermöglichen Lernen.

Da alle Lebensalter heute als lernwillig und lernfähig angesehen werden, beschränkt sich die Sozialpädagogik nicht mehr nur auf die Altersgruppe der Kinder- und Jugendlichen.

Gemeinsam mit der Sozialarbeit sind SozialpädagogInnen im Sozialwesen tätig und im Überschneidungsbereich zum Bildungswesen. Sozialarbeit und Sozialpädagogik sind eng verwandte Berufe, häufig mit einer gemeinsamen AdressatInnen- oder NutzerInnengruppe.

Der Praxisbezogene Fokus der Sozialarbeit liegt vorrangig in einem problemlösenden Zugang und ihre professionelle Kernleistung liegt darin, die mangelnde Passung zwischen der individuellen Lebenslage und den standardisierten gesellschaftlichen Angeboten oder Programmen der sozialen Hilfe zu bearbeiten. Der praxisbezogene Fokus der Sozialpädagogik liegt in der Alltagsbegleitung und Gestaltung, bzw. in einem Zugang, in dem Bildungs- und Entwicklungsprozesse in einem weiteren Sinne fokussiert werden.

Es geht um die Anregung und Ermöglichung von Bildungs- und Entwicklungsprozessen in konkreten sozialen Situationen, Kontexten und Lebenslagen.

SozialpädagogInnen arbeiten zum Beispiel als ‘BetreuerInnen’ in Ferienlagern, Kinder- und Jugendlichenwohngruppen, Altersheimen, Behindertenwohngruppen, sozialökonomischen Betrieben, Frauenhäusern, Mutter-Kind-Zentren, Jugendzentren, als HortbetreuerInnen, SchulsozialpädagogInnen, StadtteilarbeiterInnen, FamilienhelferInnen, ParkbetreuerInnen für Kinder- und Jugendliche, ArbeitsassistentInnen etc.

Als professionelle AlltagsbegleiterInnen handeln SozialpädagogInnen öffentlich und sind in gesellschaftliche Institutionen eingebunden. Darin liegt der Unterschied zum privaten, bzw. familiären Handeln, das ja auch im Alltag stattfindet.

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